Mittwoch, 28. Februar 2007

Colours of Cairo



Dina und ich in Wettkampfstellung vor dem Pyramidenlauf der Deutschen Schule in Kairo.



Hatte mich mit der Illusion angemeldet 3 km laufen zu muessen. Es waren 8. Schade Moehre! Habs dann aber ueberraschend durch ein Wunder nach genau einer Stunde und 55 Sekundne ueberlebt. War eigentlich der festen Ueberzeugung hinterher im Sanitaeterzelt aufgekratzt werden zu koennen.


Montag, 26. Februar 2007

sunblogger

hej ihr Lieben,

bin gerade auf der homepage der ZEIT herumgesurft und habe einen netten Artikel entdeckt, den ich sofort kommentieren musste.

http://blog.zeit.de/joerglau/2007/02/23/freiheit-fur-kareem-amer_299/trackback/

Ein aegyptischer blogger ist auf Grund nicht-regierungskonformer Aussagen zu 4 Jahren Haft verurteilt worden... hmmm... beruhigend oder?
Habe jedenfalls unter dem Namen "mia" meinen Senf dazu gegeben...

Dienstag, 6. Februar 2007

Cairo in concert

Asalamualeikum !


Gestern hat meine Frikadelle die aegyptische Hauptstadt gerockt! *yeahi* Ich musste ihm die Haare stylen, waehrend dem Konzert Aufnahmen machen und kreischende Girlies verscheuchen.

Ich war so beschaeftigt, dass ich ganz vergass kofta ein paar Kuscheltiere an den Kopf zu werfen... *hmmist*

Hier jedenfalls mal einen Eindruck vom Konzert...



Chiwapchichi hat uebrigens gestern auf dem Konzert ein Lied fuer mich performt, dass er mir im Dezember geschrieben hatte... *schmelz* da konnte ich natuerlich nicht anders als hinterher aus vollem Halse "koftaaaa" zu bruellen *hihi* also ich hatte Spass...
Auf youtube.com lade ich uebrigens gerade ein paar Videos hoch, die ich hier gemacht habe. Wens interessiert: mal bei youtube.com "DieKamelmopserin" suchen
ok, das wars von mir fuer heute...
tschuess und salaam

Dienstag, 23. Januar 2007

Carotta in Egypt - Teil 1

Neulich auf Kairos Strassen ...
Mein Herz schlug schneller und schneller - da stand er - mein Traumwagen:
Ein echter Karottentransporter - 1PS-
mit einem Optimum an Gruenzeugverbrauch von 3 Ladungen Heu auf Hundert Kilometer
*seuftz* ein Traum!!
Genau das richtige fuer sone Oekoerbse wie mich -100% biologisch abbaubar und nicht Fuehrerscheinpflichtig (haette ich mir den ganzen Fahrschulmist sparen und ganz dick in Kairo in den Karottenhandel einsteigen koennen... na ja - laesst sich nicht aendern)

man man man, ihr wisst ja nichteinmal wo ich ueberhaupt wohne...
Mein zu Hause- unsere Villa in Sheikh Zayed...

... und ich - bei den Nachbarn ;)
Wer Lust hat mal herzukommen, zwecks Erholung oder Arbeit, dem helfe ich natuerlich auch gerne weiter (Hoteltipps, Unternehmungs- und Locationtipps oder auch Vermittlung von anderen (netten!) Aupairfamilien oder eben Jobs)... wer Interesse hat ist herzlich wilkommen!
So - time to say goodbye - Waheed kommt jeden Moment aus der Schule zurueck. Er hat heute Nacht seinen zweiten Wackelzahn in Folge verloren - er sieht aus als haette ihm sein liebenswertes Aupair aufgrund mangelnder Disziplin bei den Hausaufgaben ein paar Zaehne ausgeschlagen ... stimmt natuerlich nicht. Und ich glaube er ist auch ganz froh, dass die Zaehne raus sind - so hat er weniger zu putzen nach dem Essen... Zustaende sind das... manometer...
- maasalam -

Montag, 22. Januar 2007

Cairo - Impressions







Glueck im Unglueck

Ok ok, ich gebs zu: Aegypten ist doch nicht so ungefaehrlich! Zumindest muss man aufpassen WO und WANN man WAS tut!!
Bisher habe ich mich eigentlich relativ sicher gefuehlt und bin selbst nachts alleine durch die Strassen gegangen.
Wer konnte ahnen, dass einem Aktionen wie "Sternegucken" zum Verhaengnis werden...
Kofta und ich haben jedenfalls nicht damit gerechnet:
Nach einem langen, anstrengenden Tag gestern suchten wir uns einen abgelegenen, ruhigen Platz in Sheikh Zayed um uns auszuruhen und ein bisschen unterm Sternenhimmel zu picknicken. Aus der Dunkelheit erschienen ploetzlich zwei Maenner, die uns beschimpften. Wir versuchten zu fliehen - wollten wegfahren, als einer der Maenner einen grossen Stein aufhob und durch unsere Heckscheibe warf. Tausende von kleinen Glassplittern flogen durchs Auto. Zum Glueck hinderte sie ein Sonnenschutz im Auto daran bis nach vorne zu uns zu fliegen. Auch der Stein wurde von dem Sonnenschutz abgefangen. Das war unser Glueck. Aber damit noch nicht genug. Vor lauter Panik fuhren wir in einen Graben- und steckten fest. Keine Chance rueckwaerts wieder herauszufahren, die Vorderraeder hingen in der Luft und drehten durch.
Scheisse!
Und die Maenner versuchten das Auto zu oeffenen.
Wir hatten keine Wahl.
Wir stiegen aus.
Man schrie - man schwieg. Beide Seiten hatten ueberreagiert. Unser Glueck, dass wir unverletzt geblieben waren und dass die Maenner bereit waren mit uns das Auto irgendiwe wieder dort herauszuholen. Es gelang uns. Ich war von oben bis unten mit Schmutz bedeckt. Die Maenner hatten sich an den Glasscherben geschnitten und blueteten. Das Auto sah schrecklich aus. Aber es funktionierte noch. Wir fuhren weg von der Unfallstelle. Schadensersatz konnte man natuerlich nicht erwarten. Die Maenner waren arme Arbeiter- da war nichts zu holen. Und versichert ist man hier natuerlich auch nicht.
Zu Hause war man froh, dass wir nicht entfuehrt, ueberfallen oder wasweissichnichtwas wurden. Ich stand bis in die Nacht hinein noch voellig unter Schock und werde so schnell wohl nicht mehr das Beduerfnis verspueren Sterne gucken zu wollen...

Montag, 15. Januar 2007

Ich und die Frikadelle

Die ersten Monate in Kairo waren fuer mich also nicht ganz ohne, zumal ich kaum Kontakt zu meiner Familie und zu Freunden hatte. Zu wenig Zeit bei zu grossem Erklaerungsbedarf fuer all das was geschah. Vor allem musste ich zunaechsteinmal selbst erkennen und definieren, was ueberhaupt vorsich ging.
Dafuer war aber ein wenig Abstand noetig, von dem Alltagsstress. Um auf andere Gedanken zu kommen ging ich sooft wie moeglich raus - mischte mich unter die Leute auf den Strassen - setzte mich an den Nil, schaute Fischern und den bunten Booten zu, die vorbei fuhren und genoss das Unbekannte -Stimmen, Gerausche, Gerueche, Musik... In diesen Momenten war ich froh hier zu sein - in Kairo zu leben - das war auf jeden Fall einzigartig und spannend... aber es war irgendwie bedenklich ... selbst nach 4 Monaten ging ich noch durch die Strassen und alles erschien mir jeden Tag neu, aufregend und spannend, was draussen vorsich ging. Ein schoenes, intensives Gefuehl - aber eben viel zu selten.

Ab September bekam ich Gesellschaft:

Eines nachts war ich in Sherines Auftrag in Zamalek unterwegs um ihr Kopierpapier zu besorgen. Ich rannte ueber die ganze Insel und musste feststellen, dass meine Mission gar nicht so einfach war. Auf meinem Weg wurde ich ploetzlich von Drogenjunkies belagert. Ich ging weiter als ob ich sie gar nicht bemerkt haette. Ein Auto hielt an. Jemand stieg aus. *oh man moehre, was machst du auch nachts allein auf der Strasse* dachte ich mir. Jemand rief mir etwas zu. Ich schloss kurz die Augen und fragte mich, warum in aller Welt sofort der naechste hinter mir her war. "Hej" sagte jemand, der mich eingeholt hatte. "Did these guys bother you? Do you need help?" - Ich entschloss, dass ich keine Hilfe brauchte und jetzt auch lieber nach hause wollte. Obwohl die Person, die mir gegenueberstandt, eigentlich ganz sypatisch und nett aussah... Ich beschloss zu fragen, ob er eine Idee haette woher ich hier nachts Kopierpaper herbekommen koennte. Wir kamen ins Gespraech. Er hiess Ahmed, war Aegypter, studierte im 3. Jahr Architektur und hatte eine Rockband, die bald ein Konzert in Zamalek hatte, fuer das er mir glecih einen VIP-Pass in die Hand drueckte. Er spielte Gitarre und wir machten gleich einen Deal, dass er mir beim Gitarrenkauf helfen wuerde. Wir tauschten Emailadressen aus und wir sahen uns am Tag seines Konzertes wieder. Das Kopierpapier trieb ich auch noch auf in dieser Nacht, indem ich die Vorraete eines Internetcafees aufkaufte.
Nach seinem Konzert begleitete Ahmed mich nach Hause. Wir sassen bis 5 Uhr morgens vor meiner Haustuer und redeten, redeten und redeten. Wir haetten tagelang dasitzen und uns unterhalten koennen, aber eine Stunde spaeter musste ich wieder aufstehen und arbeiten. Es tat echt gut sich auszusprechen und sich ueber alles moegliche zu unterhalten. Es war Soulfood, das ich dringend brauchte in dem Durcheinander das ich gerade durchlebte.
Ahmed und ich hatten unglaublich viel gemeinsam. Obwohl wir unter sehr unterschiedlichen kulturellen Einfluessen aufgewachsen sind, hatten wir mit der Zeit die gleichen Konsequenzen aus unseren Erlebnissen gezogen und eine ganz aehnliche Lebensphilosophie entwickelt. Charakter, Humor, Gedanken, Interessen - alles passte irgendwie perfekt zusammen - Unterschiede fingen bei Dingen wie der Schuhgroesse an... Wir liessen uns viel Zeit uns kennenzulernen. Jemanden wie ihn hatte ich so gar nicht erwartet- das beruhte allerdings auf Gegenseitigkeit und so erstaunt wir ueber unser Zusammentreffen auch waren umso dankbar waren wir. Er half mir wirklich sehr.
Es reichte schon, dass er zuhoerte und ich in Worte fasste was mir so durch den Kopf ging. Die Gespraeche mit ihm liessen mich ueber meine Situation und meine Erlebnisse besser reflektieren, denn indem ich sie in Worte fasste musste ich alles analysieren, alles wurde konkreter und Loesungen einfacher. Ich schlief also fast gar nicht mehr, weil ich ihn immer traf, wenn ich gerade nicht benoetigt wurde und das war meistens mitten in der Nacht - aber es war gut fuer mich mir die Zeit zu nehmen um ueber alles nachzudenken und zu reden. Mit Ahmed kam ich auch endlich ein wenig in Kairo herum - raus aus Zamalek. Es war ein Perspektivenwechsel und die Moeglichkeit zur Reflektion ueber das Leben, welches ich hier fuehrte. Ahmed erzaehlte mir auch viel von sich und oft konnte ich ihm ebenfalls helfen. Als cih meine Familie in Zamalek verliess habe ich eine Woche bei ihm gewohnt. Wir sind auf Konzerte und Bazare gegangen, haben die Pyramiden besichtigt und waren im Museum. Endlich habe ich Kairo besser kennengelernt und hatte Zeit zum Entspannen. Es hat unheimlich gut getan- die Woche bei ihm und seiner Familie. Und danach gings wieder los fuer mich. Diesmal in Sheikh Zayed.

Es war und ist wirklich toll so jemanden an seiner Seite zu haben.
Er ist genauso verrueckt wie ich, und die meiste Zeit die wir zusammen verbringen wird gelacht. Egal wo ich bin, mit ihm fuehle ich mich auf jeden Fall zu Hause und das behaupten zu koennen ist einfach toll.
Wir sind seit fast 4 Monaten zusammen und ueberlegen uns gerade wie wir schnellst moeglichst Millionaere werden (also groessenwahnsinnig sind wir eigentlich nicht) - denn Fernbeziehungen schocken einfach nicht so... wenn ich die Millionen zusammen habe sag ich euch bescheid ;) wuenscht mir Glueck!

...


Darf ich vorstellen?! Mein aegyptischer Freund Ahmed, auch kufta genannt. (kufta ist arabisch und bedeutet Frikadelle - so wurde er frueher in der Grundschule genannt, weil er wohl etwas dicker war... ich habe diese Idee aufgegriffen und bin hier fortan auch unter dem Namen "Spaghetti-head' bekannt- wegen blonder Haare und so *tse* sowas!!)